Waldläufer (Teil II)


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Wie und ob es schließlich mit mir weiterging
Das klinkt schon fast so wie in einem Märchen.
Ein rein aus Zufällen gebildeter Ring
Umschloß zwei Menschen als gewolltes Pärchen.

In einem Papierkorb fand ich die Zeitung
Die der Ausgangspunkt war für alles, was kam.
Die in schicksalsgeplanter Vorbereitung
Mit einem Inserat ihren Anfang nahm.

Es bestand nur aus einer Kleinen Zeile
Unscheinbar und sehr leicht zu übersehen.
Doch ich las jeden Satz aus Langeweile
Es sollte eben alles so geschehen.

„Frau von den Philippinen sucht deutschen Mann“
Dies’n Text hab‘ ich wohl hundertmal gelesen.
Was damit für eine Geschichte begann
Das war für mich unvorstellbar gewesen.

Das exakt gezielte Schicksalsgeschiebe
Lenkte sogar meine inneren Stimmen.
Zog mich in eine wunderschöne Liebe
Ließ mich im See erregter Schwäne schwimmen.

Ich schwomm zu der philippinisch’n Inseln hin
Nachdem ich zahllose Liebesbriefe schrieb.
Ich war schon soweit im Lauf der Dinge drin
Das mir ja auch kaum noch eine Wahl mehr blieb.

Ich bin nicht fähig, Liebe vorzuspielen
Und bitter enttäuschen kann ich auch niemand.
Es wär‘ als würde ich absichtlich schielen
Was meinem Charakter völlig unbekannt.

Doch es gab keinen Grund, an sowas zu denk’n
Denn als ich die Frau zum erst’n Mal gesehen,
War ich bereit, ihr alle Liebe zu schenk’n
Weil es unglaublich um mich geschehen.

Wir waren glücklich, haben schnell geheiratet
So, als hätten wir das seit Jahren geplant.
Ich fühle mich wohl bei ihr beheimatet
Denn sie hat mir eine neues Leben gebahnt.

Ich weiß nicht, wie viele Waldläufer es gibt
Doch ich möchte allen Hoffnung geben.
Kein einziges Leben ist nutzlos „versiebt“
Wenn man nur glaubt, ein Wunder zu erleben.

Heinrich-Alexander Romeo –Gedicht 761b–
Alle Gedichte dieser Kategorie sind entnommen
dem Gesamtwerk LIEBE-SEHNSUCHT-LEBEN
des Autors.

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