Flügelbruch


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Wir konnten garnicht hoch und weit genug fliegen
Und auch von Allem kaum jemals genug kriegen.
Wir haben in die schönsten Fernen gerochen
Bis uns dann irgendwann die Flügel gebrochen.

Jeder kennt wohl das Sprichwort vom gierigen Krug
Der geht doch solange zum Wasser,bis er bricht.
Ich glaube,wir brauchten diesen Schuss vor den Bug
Sonst würden wir im Leben sicher niemals klug.

Wir kamen uns ja schon vor wie im Wettbewerb
Ein Kampf um das beste Erlebte im Leben.
So gesehen war der Rückschlag garnicht so derb
Es wird nur eine Art Ernüchterung geben.

Die besten Plätze vor den anderen Leuten
War das denn für uns das erstrebenswerte Ziel ?
Jagend fragwürdige Trophäen erbeuten
Ohne Rücksicht auf den gewiss´n Verhaltensstil ?

Vergessen wird da auch der Faktor Lebenszeit
Der dabei die größte Rolle spielen sollte,
Der Fortlauf der körperlichen Vergänglichkeit
Wenn sie auch eine von niemandem gewollte.

Die Zeit läuft davon und der selbsterzeugte Stress
Der wird im Kopf eingelagert,läuft immer mit
Grund genug für ein Leben in ´nem neuen Dress
Mit neuen Daseinszielen im künftigen Tritt.

Natürlich ist´s zum Beispiel ja ganz gut und schön
Lässt man sich ´mal frischen Wind um die Nase weh´n.
Das kann den Blick auf das Ganze durchaus erhöh´n
Doch ein halbes Leben lang wird das so kaum geh´n.

Irgendwann kommt man um den Weg nicht mehr herum
In eine angemessene Normalität.
Auch die Sehnsucht nach der Heimat stimmt Menschen um
Denen sie fortan besonnen zu leben rät.

Das Alter schreitet spürbar unaufhaltsam fort
Die Familie fordert den höchst´n Stellenwert.
Da ist es gut verständlich,sucht man einen Ort
Wie den so beruhigenden „Heimischen Herd“.

Wir leben heute gut bürgerlich bescheiden
Ohne Hast und Stress in einem schönen Zuhaus.
Wir haben zwei Kinder und die beiden
Und wir,wir leben gut,doch nicht in Saus und Braus.

Heinrich-Alexander Romeo –Gedicht 1504–
Alle Gedichte dieser Kategorie wurden entnommen
dem Gesamtwerk LIEBE-SEHNSUCHT-LEBEN
des Autors.

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